Bio-SiegelMarkus Markert

Was bedeutet das Bio-Siegel

Ökologische Produktion und artgerechte Tierhaltung – dafür steht das Bio-Siegel. Es kennzeichnet alle Lebensmittel, die nach EG-Rechtsvorschrift von ökologisch kontrolliertem Landbau kommen. Das Bio-Siegel garantiert, einen einheitlichen Standard – Produzent und Verbraucher bekommen damit eine verbindliche und transparente Informationsschnittstelle. Die Nutzung des Bio-Siegels ist kostenlos und ohne viel Bürokratie. Das markenrechtlich geschützte Bio-Siegel ist in Deutschland bei vielen Verbrauchern bekannt. Tatsächlich gibt es seit Juli 2010 ein neues Bio-Logo, welches die neue EU-Öko-Verordnung repräsentiert und verbindlich alle Bio-Produkte innerhalb der EU kennzeichnet. Da das sechseckige Bio-Siegel inzwischen einen hohen Bekanntheitsgrad in Deutschland genießt, kann es weiterhin zusätzlich genutzt werden. Selbst Nicht-EU-Länder richten sich mittlerweile an die Auflagen des europäischen Bio-Siegels.

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Wie wurde das Bio-Siegel in Deutschland eingeführt

Bio-Siegel KaffeeUm endlich den Fokus auf den Verbraucherschutz zu legen und eine neue Transparenz in der ökologischen Produktion von Lebensmitteln zu sichern, führte 2001 das Bundesministerium für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft das staatliche Bio-Siegel ein. Renate Künast, die damalige Ministerin für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft, setzte wichtige Impulse zur Etablierung eines staatlich gesicherten ökologischen Anbaus. Nach den BSE-Skandalen seit 2000 spiegelte diese Entwicklung die gesellschaftspolitische Bewegung hin zu mehr Nachhaltigkeit und staatlicher Lebensmittel-Kontrolle.

Welche Auflagen muss der ökologische Landbau einhalten?

Die Rechtsgrundlage ist das Öko-Kennzeichengesetz. Wird das Bio-Siegel missbraucht, winken hohe Geldbußen und Freiheitsstrafen bis zu einem Jahr. Die wichtigsten Bedingungen für die Auszeichnung mit dem Bio-Siegel sind hier aufgelistet:

  • Sämtliche Zutaten müssen landwirtschaftlichen Ursprungs aus ökologischem Landbau sein. Nur maximal 5 Prozent davon dürfen nach streng geregelten Ausnahmen davon abweichen
  • Sowohl Erzeuger, Verarbeiter, Importeur als auch Handelsunternehmen müssen den Anforderungen für ökologischen Landbau gerecht werden und sich ständigen Kontrollen unterziehen.
  • Geschmacksverstärker, künstliche Aromen und Farbstoffe sind verboten.  Ausnahme sind 47 von 300 Zusatzstoffen, wie Sauerstoff, Lecithin, Milch- und Apfelsäure.
  • Tierhaltung wird stark geregelt. Beispielsweise dürfen maximal 14 Schweine pro Hektar und Jahr gehalten werden, für Kühe gilt zwei Tiere pro Hektar und Jahr.
  • Es darf kein gentechnisch verändertes Futter verwendet werden
  • In streng geregelten Rahmen ist konventionelles Futter erlaubt. Beispielsweise für Schweine und Geflügels jeweils 10 Prozent (z.B. Soja-Tresten aus Zitrus)
  • Futterzukauf ist grundsätzlich erlaubt.
  • Stickstoffdünger  und organischer Handelsdünger ist grundsätzlich erlaubt
  • Synthetisches Pflanzenschutzmittel ist verboten. Auf Kupferbasis darf das Schutzmittel maximal auf 6 Kilo pro Hektar und Jahr verwendet werden. Schwefel ist erlaubt.
  • Auf jedem ökologisch produzierten Produkt muss das Herkunftsland der Rohstoffe angegeben werden.

Kontrolle – kann ich dem Bio-Siegel vertrauen?

Bio ist ein geschützter Begriff. Das Bio-Siegel stellt den höchsten Standard gesetzlich gesichertem Lebensmittlerecht dar. Alle Bio-Betriebe werden regelmäßig auf Einhaltung der Richtlinien für ökologischen Landbau überprüft.  Um alle Prozesse des Betriebes kontrollieren zu können, muss akribisch Buch gehalten werden – Welche Betriebsmittel wurden eingesetzt, was für Erzeugnisse gibt es, wo und von wem wurden weitere Betriebsmittel eingekauft und was wurde an wen verkauft. Damit ist die Rückverfolgung jedes Herstellungsprozesses möglich. Die Bio-Betriebe werden jährlich von amtlich zugelassenen privaten Kontrollstellen überprüft. Diese werden wiederum von den zuständigen Länderbehörden überprüft. Bei Verstößen der Richtlinien nach EU-Öko-Verordnung wird es der Länderbehörde gemeldet und von dieser verfolgt.

Was ist der Unterschied zu anderen Siegeln

Das staatlich gesicherte Bio-Siegel gilt als ein Mindeststandard für ökologischen Landbau. Alle weiteren privaten Siegel von Verbänden, wie Demeter, Fairtrade, etc., haben zusätzliche Auflagen, die zur Zertifizierung nötig sind.